AN/REGUNG IM MAI 2018

Dich im Blick. Die anderen auch!

 

Dreiteilige Reihe – Heute (1): Stimmig reagieren

Manchmal fühlen Sie ‘nein‘ und sagen ‘ja‘? Manchmal denken Sie ‘jetzt möchte ich etwas sagen‘ und schweigen? Manchmal fühlen Sie sich klein oder eng, verkrampft oder machtlos (und denken der/die Andere sei groß, weit, entspannt und kraftvoll)?

Ergreifen Sie ab jetzt öfter die Initiative für sich und Ihr Anliegen. Stehen Sie öfter für sich, Ihre Werte, Ihre Meinung ein. Üben Sie etwas zu sagen oder zu tun, wenn es für Sie dran ist. Machen Sie sich zum wichtigsten Menschen in Ihrem Leben – sich im Blick und die Anderen auch.

Dazu drei Tipps

  1. Wahrnehmen   Nehmen Sie zunächst wahr, wann Ihnen Ihr Bauchgefühl Rat gibt „Hier stimmt etwas nicht“, „Mach etwas anders“ oder „Sag was“. Nur wahrnehmen. Im Alltag, privat, beruflich. Zunächst nichts anders machen. Nur sanftmütig, wohlwollend sich „ertappen“. Ein Mal am Tag, fünf Mal, 10 Mal – und wieder von vorne. Veränderung braucht Wahrnehmung, Geduld, Beharrlichkeit und Übung.
  2. Vokabeltraining   Nach spätestens sechs Wochen Phase 1 legen Sie sich ein Vokabelheft an: Notieren Sie allein und in Ruhe, was war (der/die Andere hat gesagt/getan), ich habe nichts oder das gesagt/getan. Jetzt nehmen Sie sich Zeit, Kreativität und Mut und schreiben eine neue Alternative daneben. „In Zukunft sage oder tue ich das …“. Jedes Beispiel einzeln notieren. Jeden Tag mindestens ein Beispiel aufschreiben und im Vokabelheft verändern. Noch nichts anders im Alltag machen. Außer es überkommt Sie intuitiv und stimmig – dann auf jeden Fall machen! Geben Sie sich Zeit für Phase 1 und Phase 2 um Handlungsalternativen entwickeln. Notieren Sie Ihre geplante Reaktion so, dass Sie genug Klarheit und Kraft hat und die Chance große ist, dass der/die Andere sie (wohlwollend) hören kann. (Und nicht gleich ärgerlich wird.)
  3. Üben, proben, verwirklichen    Sie bemerken immer öfter, wenn etwas nicht so läuft, wie Sie wollen. Sie finden immer öfter verbale Alternativen. Jetzt lesen Sie sich diese laut vor. So oft Sie können, 10–100 Mal am Tag ein, zwei, drei Sätze. Diese neuen Reaktionen werden auf diese Weise im Hirn abgespeichert, damit sie im stressigen Realfall leichter abrufbar sind. Der Lohn des Aufwands: Sie tun und sagen nach und nach mehr und mehr wann Sie wollen was Sie wollen.