Affirmationen formulieren und üben – so unterstützt du dich selbst

Unterstütze dich selbst mit stimmigen Affirmationen

In diesem Beitrag erfährst du:

  1. Was sind Affirmationen?
  2. Warum überhaupt Affirmationen?
  3. Wie formulierst du am passendsten?
  4. Wie kannst du das praktisch üben?

1. Was sind Affirmationen?

Andere Bezeichnungen für Affirmation sind Autosuggestion, Mantra oder Einrede. Es geht darum, dir selbst ein paar knackige, treffende und hilfreiche Worte zu sagen, sie dir einzureden. Das geht mental „im Geiste“ und vor allem auch laut sprechend.

Denn: Dieses Mit-sich-im-Innern-Reden machen wir sowieso den ganzen Tag. Nur auf welche Art?

2. Warum überhaupt Affirmationen?

Wir denken Tausende Gedanken jeden Tag. Einige davon sind aufbauend und klärend, zu viele sind abträglich und Selbstblockade: „Ich kann das nicht. Es klappt sowieso nicht. Bin ich auch gut genug vorbereitet? Ob das wohl klappt? Bin ich gut genug? Sie mag mich nicht. Ich oder die sind dumm, dick, dünn, groß, klein, hässlich.“

Glaubenssätze wie „Männer sind Schweine. Partnerbeziehungen bedeuten Stress. Das Leben ist kein Ponyhof. Erst die Arbeit, dann das Vergnügen.“ und so weiter.

Was ist das alles? Sich selbst heruntermachen, Du-Sätze, Vergleiche, Bewertungen, Vorwürfe für dich und andere, Schwarzmalerei, destruktive vorauseilende Befürchtungen. Sie alle haben das Potential für sich selbst erfüllende Prophezeiungen.

Denn dein Denken ist Energie. Geistige Energie.

Die Idee ist, dieser oben genannten geistigen Energieverschwendung positive Alternativen zur Seite zu stellen. Je länger und je mehr du das übst, desto mehr wird es dir demnächst wie ein Reflex auffallen – du hältst inne, korrigierst und kannst dir selbst mit nützlichen Gedanken und Worten beiseite stehen.

3. Wie formulierst du am passendsten?

Kläre dich und deine Wünsche und Ziele zuerst: Was willst du? Was möchtest du anders haben in deinem Leben? Womit belastest du dich oder andere schon seit zu langer Zeit? Was willst du erreichen? Fang niedrigschwellig an: Wähle ein schönes, erstrebenswertes Tagesziel für heute.

Schreib von Herzen auf: Was möchtest du dir herzlich, liebevoll selbst sagen? Formuliere kurze, treffende Sätze. Formuliere kraftvoll, positiv und aktiv.

Beispiel: Wenn du dir sagen möchtest: „Ich möchte nicht mehr so gestresst sein.“, dann ist das ein prima Anfang. Und gleichzeitig als selbst gestellter Arbeitsauftrag wenig hilfreich. Das wäre für das Gehirn so, als würde ich sagen: „Ich fahre heute nicht nach Hamburg.“ Aha! Ja, wohin denn?!

Motto: Beachtung bringt Verstärkung. Der Satz ist 1.) eine sogenannte Nicht-Botschaft. Plus 2.) das negative Wort „gestresst“. Dazu experimentiere 3.) mit der unterschiedlichen Kraft der Verben: möchte, kann, will, werde oder gleich das starke Verb entspannen.

Energiereicher als aktiver persönlicher Übungsauftrag wäre zum Beispiel: „Ich lasse mir in Zukunft mehr Zeit für passende Entscheidungen.“ und „Ich mache jeden Tag meine Lockerungsübungen.“

Wähle natürlich deine eigenen Worte.

4. Wie kannst du das praktisch üben?

Warum laut sprechend?

  1. Du aktivierst mehr Sinne: Auge liest, Hirn arbeitet, Mund spricht, Ohr hört = vertieft die neuronale Vernetzung.
  2. Dadurch prägst du es dir leichter ein – verbinde es am besten zusätzlich mit aufbauenden Gefühlen wie Freude, Neugier, Lebendigkeit, Lust.
  3. Praktiziere das so oft du kannst: Beginne niedrigschwellig, sag es ein paar Mal am Tag zu dir selbst, wenn du allein bist: im Auto, im Zug, in der Wohnung, auf dem Rad, zu Fuß auf der Straße, an der Ampel, in der Warteschlange. Nur Mut, du dienst dir damit selbst.
  4. Steigere: Nimm dir ein, zwei oder drei Minuten pro Tag in einem ruhigen Raum nur dafür. Finde klingende, aufbauende Affirmationen und sprich sie laut für dich selbst.

Mach mehr draus

  • Hänge die Übung eine Minute an eine Aktivität dran, die du sowieso jeden Tag machst: Mit dem Hund rausgehen, Blumen gießen, Zähne putzen, abwaschen, Buch lesen und so weiter.
  • Wenn du jemanden zum Teilen, zum gemeinsamen Üben hast, umso besser.
  • Du kannst dir auch deine Lieblingsaffirmation schön gestaltet auf eine Karte schreiben und diese dir gut sichtbar aufstellen.

Ich wünsche dir Beharrlichkeit, Zuversicht, Leichtigkeit und Lebensfreude.

Herzliche Grüße,
Arndt